Dass Computerspiele einen großen Einfluss auf ihre Spieler haben können, wurde und wird in den Medien gerne im Zusammenhang mit Shootern diskutiert. Wie viel Wahrheitsgehalt hier drin steckt, wissen wir nicht. Aber im Falle von Gran Turismo können wir voller Sicherheit sagen: das Spiel hat einen großen Einfluss auf seine Spieler – zum Vorteil der Hersteller, wie sich im Falle von Gran Turismo 2 herausstellte.

Was für einen Vorteil bietet Gran Turismo der Autoindustrie?

Gran Turismo 2 erfreute sich großer Beliebtheit im Mainstream. Das besondere hier war, dass sich Gran Tourismo 2 auf Japan GT Championship (JGTC)-Autos fokussierte. Plötzlich kannten Leute, die noch nie von JGTC und den dort verwendeten Autos gehört hatten, sämtliche Details zum Honda NSX, Subura Impreza, Mazda RX-7 und so weiter.

Das Ergebnis war, dass europäische und amerikanische Gamer plötzlich japanische Autos kaufen wollten, um ihr Lieblingsmodell aus dem Spiel auch im echten Leben fahren zu können. So eröffnete sich für die japanische Autoindustrie ein ganz neuer Kundenzweig, das Vorurteil der “Reisschüssel”, die keine Power hat, wurde widerlegt und sogar teilweise ganz ausgeräumt.

Warum hat das funktioniert?

Mit Need for Speed: Porsche erhoffte sich der Stuttgarter Autobauer damals wohl den gleichen Effekt, wie ihn GT2 für die japanische Industrie hatte. Der große Unterschied: nicht nur ist das Fahrgefühl in Gran Turismo möglichst nah am Original. Auch liegen die Preise der japanischen Rennboliden mit Straßenzulassung deutlich unter denen der Luxusklasse, wie sie Mercedes, Porsche und Co. verkaufen. Entsprechend hatten die Spieler die Möglichkeit, sich auch mit einem kleineren Budget ihren Traumwagen aus dem Spiel ins echte Leben zu holen.

Fazit

Rennspiele machen vor allem Spaß, können aber auch als Verkaufstool für die fahrbaren Fahrzeuge gesehen werden. Entsprechend ist der Drang vieler Industrien groß, sich in Videospielen positiv zu präsentieren. Aber mal ganz ehrlich: solange der Spielspaß gegeben ist, können sie das doch ruhig machen.